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Das Bedürfnis nach einem Heim ist eine der ursprünglichsten Sehnsüchte des Menschen. Wer obdachlos wird und sein Leben auf der Straße bestreitet, dem fehlt buchstäblich das Dach über dem Kopf. Dem Nürnberger Künstler Winfried Baumann ließ dieser Gedanke keine Ruhe. Deshalb entwickelte er das Wohnsystemkonzept »Urban Nomads«: Dafür schuf er mobile, moderne Mini-Heimstätten für Berber und andere Menschen, die unterwegs sind. Der Bildband zu seinem Werk ist jetzt im Hirmer Verlag erschienen.
Künstler schafft Werke mit praktischem Nutzen Unrasiert, zotteliges Haar, verlebtes Gesicht: Der Mann steht mit einer Bierdose in der Hand neben seinem Nachtlager. In einem künstlerischen Kontext würde man ihn nicht vermuten - eher schon im U-Bahn-Abgang oder bei der Bahnhofsmission. Denn er ist ein Berber, ein Obdachloser. Menschen wie ihn gibt es überall, sie stehen am Rand der Wohlstandsgesellschaft. Doch das Lager, neben dem er für die Kamera posiert, ist außergewöhnlich. Es handelt sich um ein Werk des Künstlers Winfried Baumann aus seiner Wohnsystemserie »Instant Housing«. Baumann hat es als funktionstüchtige Übernachtungsmöglichkeit entwickelt - für Menschen wie den Mann mit der Bierdose. Geschlossen sieht das Lager aus wie eine überdimensionierte Alu-Mülltonne. Doch geöffnet erschließt sich sein Verwendungszweck: Ausziehbare Matratze, Licht und Regenplane machen die Tonne zu einer Schlafstätte für »urbane Nomaden«, wie Baumann sie nennt. Die Obdachlosen haben den Künstler dazu inspiriert. Sie zeigen ihm auch, wo er an seinen Wohnsystemen etwas verändern oder verbessern sollte. Und sie nutzen sie, denn das »Urban Nomads«-Programm ist mehr als Kunst: Einige der mobilen Behausungen wurden von Hilfsorganisationen an Obdachlose verteilt, denn mit eigenen Mitteln können die Bedürftigen sie nicht bezahlen.
Mobile Wohnsysteme für Autonome, Muslime und Christen Winfried Baumann ist gelernter Steinmetz und Holzbildhauer. In Nürnberg studierte er Bildhauerei. Seit dem Jahr 2000 beschäftigt er sich mit der Wohnsituation von Obdachlosen, versucht, sie zu verbessern und engagiert sich in Hilfsprojekten. Es fasziniert ihn, wie die Menschen ihre Notbehausungen mit bunten Bildern, Fotos oder sogar Vorhängen verzieren, damit sie gemütlicher, wohnlicher werden. Seine »Instant-Housing«-Entwürfe tragen diesem Bedürfnis nach einem geschützten und wohnlichen Rückzugsraum Rechnung. Doch so ernst Baumann die Situation der Obdachlosen nimmt, so wenig hat er seinen Humor verloren. Unter seinen Entwürfen gibt es zum Beispiel das Sondermodell für den autonomen Aktivisten - schwarz lackiert und ausgestattet mit Brecheisen, Bolzenschneider und Sturmhaube. Auch ein Modell für den muslimischen Pilger in Grün mit arabischer Beschriftung und Koran hat er entwickelt. Das christliche Pendant dazu ist das Modell Benedetto: Weiß-Rot lackiert, komplett mit Bibel, Gesangbuch und Weihrauch.
Bildband "Urban Nomads" Der rund 350-seitige Band zu Winfried Baumanns Werk »Urban Nomads«zeigt in großformatigen Bildern alle Facetten seiner Arbeit: von den Wohnsystemen über mobile Küchen bis hin zu seiner Vision von Funktionsbekleidung für Wohnungslose. Bewusst im Stil eines Verkaufskatalogs gehalten, beschreiben kurze Texte die einzelnen »Produktlinien«. Ergänzt wird der Band durch ein Interview mit dem Künstler, in dem er seine Intention und seine Arbeit erklärt. Dazu kommen Fotos, wie seine Werke unter realen Bedingungen funktionieren. Denn kein neues mobiles Heim wird freigegeben, ohne dass Baumann es selbst getestet hat: Er übernachtete bereits in einem Wohnsystem auf dem Münchner Karlsplatz oder bei einer Ausstellung in Montreal. So macht er auf das Schicksal jener am Rande der Gesellschaft lebenden Menschen aufmerksam, die scheinbar so gar nichts mit Kunst zu tun haben. Dab